Versionskontrolle ganz allgemein ist nicht nur für Programmierer sinnvoll – auch wenn hier natürlich die Hauptzielgruppe angesiedelt ist. Letzten Endes kann jeder, der mit Texten umgeht, die sich mehr oder weniger oft verändern, davon profitieren. Durch Versionskontrollsysteme ist es ein Einfaches „in der Zeit zu reisen“ um z.B. frühere Entwürfe einer Fach- oder Bachelorarbeit noch einmal durch zu gehen und nach deren Prüfung diese doch wieder in das aktuelle Produkt mit einfließen zu lassen.

Git ist der neue Stern am Versionsverwaltungshimmel, wobei das so nicht ganz stimmt, Git ist hier “nur” ein Vertreter von verteilten Versionskontrollsystemen. Dazu gehören aber noch weitere wie z.B. (Mercurial, Bazaar oder BitBucket). Entwickelt vom Linux-Kernel-Vater Linus Torwald wird Git mittlerweile bei vielen großen Projekten eingesetzt. Die bekanntesten sind „Android“, „Gnome“, „VLC“, „Ruby on Rails“ und natürlich das „Linux Kernel Project“ selbst.

Der Clou gegenüber den aktuellen Versionskontrollsystemen wie z.B. Subversion ist: Git ist ein verteiltes Versionskontrollsystem und verlangt nicht zwingend eine Client-Server Architektur. Vielmehr hält Git auf jedem Client die komplette Historie bereit.

Bisher existierende grafische Oberflächen bieten nur die Möglichkeit Projekte anzusehen, weiteres ist in Entwicklung. Die Verwaltung erfolgt daher bisher über das Terminal, beschränkt sich im täglichen Umgang aber auf einige wenige Befehle.

Ein schöner Artikel zur Installation von Git ist auf macnotes.de erschienen, er zeigt 3 Unterschiedliche Installationswege auf: Installer, MacPorts und manuelles kompilieren. Für Windows gibt es mittlerweile ein GoogleCode-Projekt welches einen Installer bietet: Msysgit, unter Linux sollte jede aktuelle Distribution ein entsprechendes Paket via Paketmanager bereit halten.

Zuerst erstellen wir ein neues Projekt, dazu legen wir zur Abgrenzung einen Projektordner z.B. in unserem Home-Verzeichnis an.

mkdir neuesProjekt
cd neuesProjekt

Jetzt initialisieren wir das Git-Repository, dadurch wird der Ordner angelegt, welcher später Konfigurationen und Veränderungsdaten des Projekts beinhaltet.

git init

Im Gegensatz zu z.B. Subversion wird nur ein einziger Ordner (.git) im Projekt-Root erzeugt, was das Arbeiten wesentlich vereinfacht. Ist das Repository erst einmal angelegt kann ganz normal im Projektordner über den Finder mit den bevorzugten Programmen gearbeitet werden.

Beispiel: Eine Website mit Ihren Standardverzeichnissen und einer index.html anlegen.

Versionskontrolle mit Git Bild1 - Ordneransicht

Um diese erste Version des Projekts in das Repository zu schreiben, genügen 2 Befehle

git add ./
git commit -m „Erste Struktur der Website“

Zeile 1 gibt Git die Anweisung im aktuellen Verzeichnis rekursiv nach hinzugefügten Dateien und Ordnern zu suchen.

Zeile 2 erzeugt die erste Version. Mit dem Parameter -m und dem darauf folgenden String (die Anführungszeichen müssen angegeben werden) hängt man direkt einen einzeiligen Kommentar an. Lässt man den Parameter weg, öffnet sich nach dem RETURN der Standard-Editor, meisst Vim, in diesem kann alternativ ein mehrzeiliger Kommentar angegeben werden.

Betrachten wir uns nun mit einer grafische Oberfläche (wie z.B. GitX) unser Repository, sehen wir oben den „Master“ – die letzte Version unserer index.html – und unten den Inhalt.

Versionskontrolle mit Git Bild2 - GitX

Erzeugen wir nun Änderungen an unserem Projekt und möchten diese in einer neuen Version speichern, führen wir lediglich die beiden letzten Befehle erneut aus.

git add ./
git commit -m „Änderung von XHTML-Strict zu HTML-Strict“

Bei Textdateien, wird nur die eigentliche Änderung gespeichert, unser Repository wächst also nur langsam an. Im Gegensatz zu binären Dateien wie z.B. Bilder, welche bei Veränderungen komplett neu angelegt werden.

Versionskontrolle mit Git Bild2 - GitX2

Git gibt es für jede Plattform. Der Download inkl. Tutorials und ausführlicher Dokumentation ist auf der Projektseite von Git zu finden: http://www.git-scm.com/. Sehr hilfreich ist am Anfang ein „Cheat-Sheet“, welches sich einfach via Google finden lässt.

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