Bei jedem Serverumzug, egal ob Providerwechsel oder “nur” Update der Hardware müssen die Daten in der Regel von Hand übernommen werden. Ich möchte in den kommenden Artikeln auf die einzelnen um zuziehenden Daten und die möglichen Varianten eingehen.

Synchronisation der Email Postfächer mit imapsync

Wer regen Gebrauch von IMAP macht und damit seine komplette Emailkorrespondenz verwaltet hat schnell mehrere tausend Emails um zuziehen. Die Möglichkeit beide Accounts im eigenen Email-Programm anzulegen und dann via Drag’n Drop alle Nachrichten von Server A auf B zu verschieben ist zwar die einfachste, jedoch werden dabei alle Emails erst einmal runter- und danach wieder hoch geladen, was besonders bei Emails mit Anhang nicht gerade sinnvoll ist. Der schnellste Weg ist auch hier die Server-zu-Server Verbindung.

Wir benötigen folgendes:

  1. Shell-Zugriff auf neuen Server
  2. Zugangsdaten zum alten IMAP-Account
  3. Zugangsdaten zum neuen IMAP Account

Zuerst muss man sich auf dem neuen Server via Shell (Terminal unter OS X oder Putty unter Windows) einloggen

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ssh -l root [server-adresse-oder-ip]

Jetzt muss imapsync installiert werden. imapsync steht für sehr viele Distributionen zur Verfügung sollte sich also mit dem mitgelieferten Paketmanager (z.B. yum, emerge, yast oder apt-get) installieren lassen. Hier mal als Beispiel via yum unter CentOS

1
yum install imapsync

Jetzt sollte erst einmal sicher gestellt werden, dass die Ordnerstruktur beider Server übereinstimmt. Gerade Gross- und Kleinschreibung muss beachtet werden, heisst also der ordner für Entwürfe auf dem alten Sever Draft, auf dem neuen jedoch draft, bietet es sich an, den Ordner auf dem alten Server umzubenennen. Ordner die auf dem alten Server von Hand angelegt wurden, werden von imapsync automatisch angelegt, müssen also nicht erst erzeugt werden.

Für den Sync benötigen wir nun folgenden Befehl. Hier müssen alle in [] geschriebenen Werte gegen die eigenen ersetzt werden.

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imapsync --noauthmd5 --fast \ 
--host1 [domain-oder-ip-des-alten-servers] --user1 [alter-user-name] --password1 [altes-passwort] \
--host2 domain-oder-ip-des-neuen-servers] --user2  [neuer-user-name] --password2 [neues-passwort] --dry

Der Parameter –dry am Ende simuliert erst mal nur, so können Fehler erkannt und korrigiert werden. Vorsicht! Der Parameter –dry simuliert nur die Übertragung der Ordner die auf beiden seiten (alt / neu) schon vorhanden sind, nicht das oben erwähnte neu anlegen.

Mein Tip: Bei vielen Emails, kann die Prozedur ganz schön andauern, sollte also über Nacht laufen. Wer nicht die ganze Zeit seinen Rechner wegen dem geöffneten Shell an lassen möchte, dem sei das Tool screen empfohlen.

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